Kaltakquise-Akrobatik

Inhalt

Der Anruf

„Wären Sie denn grundsätzlich, wenn jetzt das, was ich Ihnen gleich vorstellen werde, sinnvoll erscheint, also wären Sie dann interessiert daran?“

Das war der zweite Satz eines Telefonakquise-Akrobaten, der mich heute angerufen hat. Ich musste ein Lachen unterdrücken und erwiderte: „Sie hatten offensichtlich eine gute Akquise-Schulung!“. 
Das fand der Anrufer weniger lustig als ich. Das folgende Gespräch war dann relativ kurz, jedoch geizte mein Gegenüber in den wenigen Minuten nicht mit Überzeugungsversuchen und synthetischen (nicht zu verwechseln mit sympathischen) Einwandbehandlungen. Unterhaltsam, aber irgendwie auch lästig.

Show Your Work

Unterm Strich war es aber dennoch eine inspirierende Erfahrung. Gestern habe ich mich mit Austin Kleons Buch „Show Your Work“ befasst. Es ist sehr lesenswert – vor allem für diejenigen unter uns, die sich ungern selbst promoten (geht’s Dir auch so?). Die Kernbotschaft steckt im Titel: wenn Du nicht Dich und Dein Gesicht promoten willst, dann zeige wenigstens Deine Arbeit. Was heißt das? Naja, das ist einfach: zeige Inhalte. Schauen wir uns das am Beispiel LinkedIn an:

  1. Es gibt Menschen, die jeden Tag etwas Interessantes, Kurioses, Unterhaltsames posten und sich so durch die Erstellung oder Kuration von Content – also Arbeit – Follower verdienen
  2. Es gibt Menschen, die jeden Tag 20 LinkedIn Kontaktanfragen verschicken und so versuchen, sich Follower zu erschleichen
  3. Es gibt Menschen, die jeden Tag 20 LinkedIn Kontaktanfragen verschicken und sich dann auch noch in einem LinkedIn Post damit brüsten, dass Sie mit genau dieser hochinnovativen und disruptiven Methode im letzten Jahr 3.000 Follower gewonnen haben (Herzlichen Glückwunsch NICHT!)

Nummer 1 in diesem Beispiel macht alles richtig und zeigt seine Arbeit. Bei Nummer 2 müsste ich mal nachhaken, worin da jetzt genau der Mehrwert liegt. Und ja, auch Nummer 3 habe ich wirklich haargenau so erlebt und die Person anschließend aus meinem Netzwerk verbannt, weil ich die Aktion dummdreist fand.

Während ich diese Zeilen tippe, begreife ich: Content Marketer huldigen quasi per Jobbezeichnung der „Show Your Work“-Philosophie.

Ist Kaltakquise noch zeitgemäß?

Wo geht’s gar nicht vorwärts ohne Kaltakquise?

Ruft ihr gern „kalt“ an?

Werdet ihr gern „kalt“ angerufen?

Schreibt mir ’ne Mail mit euren Gedanken.

PS: Hier im Kleingedruckten folgt mein Geständnis. Vor ein paar Jahren habe ich selbst unzählige Akquise-Telefonate geführt. Ich war B2B-Vertriebler im Bereich Industrieautomation und sollte mir einen eigenen Kundenstamm aufbauen. In zwei Kaltakquise-Jahren habe ich gelernt: Kaltakquise nervt alle Beteiligten – Anrufer und Angerufene. Genau deshalb habe ich mich umorientiert.

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Ich bin Oliver Gibietz und seit ein paar Jahren begeisterter Online Marketer. Ich helfe Unternehmen, ihre Zielgruppe online zu erreichen und zu begeistern. 

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