Webseiten Performance verbessern | 5 Tipps zur Pagespeed Optimierung

von | Sep 17, 2020

Mögen Sie langsame Webseiten? …nein? Wir auch nicht. Und all die anderen Internetnutzer da draußen auch nicht. Deshalb geben wir Ihnen in diesem Artikel fünf Tipps, wie Sie die Performance Ihrer Website verbessern können.


Inhaltsverzeichnis

  1. Warum ist die Webseiten Performance wichtig?
  2. Tipp 1: Bilder optimieren
  3. Tipp 2: Caching aktivieren
  4. Tipp 3: Animationen mit Bedacht einsetzen
  5. Tipp 4: Professionelles Hosting
  6. Tipp 5: Ein Content Delivery Network (CDN) verwenden
  7. Fazit: Pagespeed Optimierung ist ein „Must-have“

Warum ist die Webseiten Performance wichtig?

Stellen Sie sich vor, Sie starten eine Google Suche. Sie suchen nach „Laufschuh Größe 43“. Das erste Ergebnis auf der Suchergebnisseite scheint ganz gut zu passen, also klicken Sie darauf. Und warten. Und warten. Und warten. Der Bildschirm bleibt weiß, der Fortschrittsbalken Ihres Browsers kommt ins Stocken. Und Sie? Sie gehen reflexartig zurück auf die Suchergebnisseite und klicken auf das nächste Ergebnis. Die neue Seite lädt kaum mehr als eine Sekunde und Sie kommen Ihren Laufschuhen endlich näher.

Was ist da gerade passiert? Ganz einfach: Sie haben – womöglich unterbewusst – entschieden, dass Ihnen die erste Seite zu lange lädt. Also sind Sie einen Schritt zurück und haben sich ein anderes Suchergebnis ausgesucht. Was bedeutet das für den Betreiber der ersten Website? Klar: weniger Umsatz. Er hat Sie als potenziellen Laufschuh-Käufer an den Wettbewerb verloren, weil seine Website zu langsam war.

Sie sehen: die Ladezeiten einer Website beeinflussen die User Experience (also die Erfahrung der Nutzer mit Ihrer Website) ganz maßgeblich. Besonders ausgeprägt gilt das für Smartphone-Nutzer (Stichwort mobile Usability). Diese sind noch ungeduldiger unterwegs. Hinzu kommt der hin und wieder schlechte Empfang, der die Ladezeiten zusätzlich verlängern kann.

Webseiten Performance ist ein Ranking-Faktor!

Google berücksichtigt die Ladezeit einer Website deshalb als Ranking-Faktor. Für Sie bedeutet das: je schneller Ihre Website ist, umso leichter schaffen Sie es auf die oberen Google Ränge (vice versa). Die standardisierte Metrik nennt sich „Pagespeed“ und gibt an, wie lange Ihre Website unter bestimmten Bedingungen lädt, bis sie interaktionsfähig und fertig gerendert ist.

Webseiten Performance messen

Bevor Sie die Ladezeiten Ihrer Website verbessern können, sollten Sie einen Webseiten Performance Test machen. Wie das funktioniert und welche Tools wir Ihnen dazu empfehlen, erfahren Sie in unserem in Kürze erscheinenden Artikel „Website Performance messen“.

Screenshot eines Website Ladezeit Tests. Für die Pagespeed Optimierung und die Verbesserung Ihrer Webseiten Performance geben Ihnen solche Tests wichtige Anhaltspunkte.
Die Ergebnisse solcher Ladezeit-Tests geben Ihnen wichtige Anhaltspunkte für die Optimierung der Webseiten Performance

Tipp 1: Bilder optimieren

Der erste große Hebel sind die Bilder. Häufig stoßen Sie hier bereits auf mehrere Megabyte Optimierungspotenzial. Prüfen Sie, in welchen Auflösungen Bilder auf Ihrer Website eingebettet sind. Die Fotos moderner Kameras und Smartphones sind so hochauflösend, dass Sie sie vor der Verwendung auf einer Website unbedingt reduzieren und komprimieren sollten. Wichtig ist dabei, dass Sie die Balance zwischen einer ordentlichen Bildqualität und der niedrigsten Dateigröße finden.

Die Dateigröße variiert natürlich mit der Auflösung. Als (sehr) grobe Daumenregel können Sie sich merken: Bilder sollten im Allgemeinen kleiner als 0,3 Megabyte sein. Dabei spielt auch das Dateiformat eine entscheidende Rolle: für einfache Illustrationen und Grafiken mit wenigen Farben eignet sich das Format .png gut. Für Fotos ist .jpg gut geeignet.

Tipp 2: Caching aktivieren

Caching kann Ihre Webseiten Performance massive verbessern. Aber was steckt dahinter? Caches sind Zwischenspeicher, in denen häufig benötigte Daten gespeichert werden. Daten, die im Cache liegen, sind schneller abrufbar als solche, die erst noch von der Festplatte oder vom Server geladen werden müssen. Für Sie sind vor allem zwei Caches wichtig: der Browser-Cache und der Server-Cache. Die besten Pagespeed Ergebnisse erreichen Sie, wenn Sie beide Caches einsetzen!

Browser-Cache

Der Browser-Cache liegt auf dem Gerät Ihres Website-Nutzers. Wenn der Nutzer zum ersten Mal Ihre Website besucht, werden in diesem Browser-Cache einige Daten zwischengespeichert. Zum Beispiel Bilder und Stylesheets (das sind Design-Dateien). Der Vorteil des Browser Caching: diese Daten müssen nur einmal vom Server heruntergeladen werden und können anschließend aus dem Cache verwendet werden. Das spart wertvolle Website-Ladezeit.

Der Browser-Cache kann der Nutzer jederzeit selbst löschen. Beim nächsten Kontakt mit Ihrer Website werden die o.g. Ressourcen dann einfach wieder auf seinem Gerät gespeichert. Gelegentlich kommt es aufgrund des Browser-Caching zu Darstellungsfehlern: es kann passieren, dass auf dem Gerät des Nutzers alte Versionen der Ressourcen gespeichert sind. Wenn Sie zwischenzeitlich etwas beispielsweise am Design Ihrer Website verändert haben, wird sie bei Nutzern mit „alten“ Ressourcen u.U. nicht richtig angezeigt. Das lässt sich aber durch Löschen des Browser-Caches einfach lösen.

Server-Cache

Server-Caching ist der serverseitige Weg, Ihre Webseiten Performance zu verbessern. Insbesondere wenn Ihre Website in einem Content Management System (CMS) wie WordPress oder Typo3 erstellt wurde, lässt sich die Website Ladezeit stark verkürzen.

Content Management Systeme speichern alle Inhalte Ihrer Website in einer zentralen Datenbank. Jedes Mal, wenn ein Nutzer eine bestimmte Seite lädt, startet das CMS eine Datenbank-Abfrage, um die Inhalte der URL zu erhalten. Das kostet wertvolle Ladezeit! Mit einem serverseitigen Cache können Sie Ihren Nutzern diese Ladezeiten ersparen. Die Inhalte zu jeder URL Ihrer Website werden „ready to go“ auf dem Server zwischengespeichert. Die Kommunikation zwischen CMS und Datenbank entfällt und Sie verbessern Ihren Pagespeed um bis zu 500 %.

Server Caching hilft Ihnen bei der Verbesserung der Webseiten Performance. Die Illustration zeigt die Funktion des Caches.
Beim serverseitigen Caching wird die Website dem Nutzer direkt aus dem Cache (grün) ausgespielt. Die Kommunikation zwischen CMS und Datenbank entfällt

Tipp 3: Animationen mit Bedacht einsetzen

Alles, was sich auf Ihrer Website in irgendeiner Form bewegt, bezahlen Sie teuer mit einer schlechteren Website Ladezeit. Übrigens verwendet Google in seiner Dokumentation zu Animationen und Performance tatsächlich den Begriff „expensive“. Mit jeder zusätzlichen Animation erhöhen Sie das Risiko, Nutzer (und Google!) wegen zu langer Ladezeiten zu verlieren. Animationen können – je nach Endgerät – auch ins Stottern kommen und so die User Experience trüben. Besonders ungünstig sind aufwändige Layout-Animationen.

Bild-Slider rausschmeißen

Eine Sache können wir beim Thema Webseiten Performance einfach nicht unerwähnt lassen: Bild-Slider. Sie kommen auf nahezu jeder Webseite zum Einsatz. Irgendwann, vor vielen vielen Jahren, waren diese animierten Diashows mal etwas Besonderes. Aber das ist lange her! Die Slider mit Ihren Animationen können heute vor allem eins: Ihnen den Pagespeed vermasseln. Ersetzen Sie Ihre Homepage-Slider lieber durch ein aussagekräftiges, korrekt skaliertes Bild oder einen starken Call-to-Action!

Tipp 4: Professionelles Hosting

Wo liegt Ihre Website? Wahrscheinlich – wie die Mehrheit der Webseiten – bei einer Shared Hosting Plattform. Shared Hosting bedeutet, dass sich eine Vielzahl von Websites zusammen einen Server bzw. definierte Server-Ressourcen teilen. In der Regel haben Sie als Website-Betreiber keine Ahnung, mit wem Sie sich diesen Server teilen und wie viele weitere Websites auf diesem Server verwaltet werden. Die Ressourcen werden unter den Websites dynamisch aufgeteilt. Je nach Tarif können Sie maximal einen bestimmten Anteil der Server-Ressourcen verwenden. Shared Hosting ist sehr beliebt, weil es sehr günstig ist. Die Kehrseite der Medaille: Shared Hosting bedeutet in der Regel längere Ladezeiten für Ihre Website.

Wesentlich schneller wird Ihre Website auf einem dedizierten Server („managed Server“ oder „managed vServer“) laden. Bei diesen Hosting-Angeboten stehen Ihnen die im Tarif enthaltenen Ressourcen allein und garantiert zur Verfügung. Je nachdem, wie Ihre Website aufgebaut ist und auf welches CMS Sie setzen, gibt es darauf spezialisierte Hosting-Unternehmen und Angebote. Für WordPress-Websites empfehlen wir den Starter-Tarif von Raidboxes aus Münster.

Ein eigener physischer Server in Ihrem Büro ist für die Webseiten Performance keine gute Idee: professionelle Hosting-Unternehmen verfügen über einen besseren Internet-Anschluss und meist auch über aktuellere Hardware. Generell bedeutet ein eigener Server – egal ob in Ihrem Büro oder in der Cloud – viel Verantwortung und Verwaltungsaufwand. Deshalb raten wir Ihnen zu „managed Server“ Angeboten.

Tipp 5: Content Delivery Network (CDN)

Sie wollen Ihrer Webseiten Performance den letzten Schliff verleihen? Dann sollten Sie ein Content Delivery Network (CDN) einsetzen. Ein CDN ist ein Netzwerk aus weltweit verteilten Servern. Auf jedem dieser Server wird eine Kopie Ihrer Website gespeichert. Der Besucher bekommt Ihre Website dann von dem ihm am nächsten gelegenen Server ausgeliefert. So erreichen Sie schnellere Ladezeiten und eine bessere User Experience. Das ist v.a. interessant, wenn Ihre Website international ausgerichtet ist. Das bekannteste CDN ist Cloudflare.

Content Delivery Networks helfen insbesondere internationalen Unternehmen, ihre Webseiten Performance zu verbessern
Ein Content Delivery Netzwerk besteht aus weltweit verteilten Servern, sodass Ihre Website immer auf dem schnellsten (kürzesten) Weg ausgeliefert wird

Fazit: Pagespeed Optimierung ist ein „Must-have“

Eine gute Webseiten Performance ist Pflicht, wenn Sie online etwas erreichen möchten. Es gibt viele Schrauben, an denen Sie zur Pagespeed Optimierung drehen können. Am besten gehen Sie das Thema Stück für Stück an und beginnen mit den Tipps #1 und #2. Wenn Sie professionelle Unterstützung dabei und generell bei der Suchmaschinen-Optimierung benötigen, nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

Wer schreibt hier?

Ich bin Oliver Gibietz und brenne für sinnvolles Online Marketing. Alles bei PeakRelevance dreht sich um Content Marketing und SEO für kleine und mittlere Unternehmen.

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